The Journal —

Lebensfragen

Trägt dich dein Leben noch oder trägst du nur noch dein Leben?

By

Oliver

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Trägt und nährt die Materie dich noch – oder fordert sie zunehmend von dir?

Ein Satz, der mir derzeit immer wieder durch den Kopf geht, ist:

„Die Materie ruft. Die Weite ist einfach da.“

Wie erlebst du das?

Deine Materie. Dein System. Alles, was dich umgibt.

Ein Balkon zum Beispiel. Zimmerpflanzen. Ein Garten.

Sie wollen gepflegt und genährt werden. Sie brauchen Sonne, Wasser, Dünger. Vielleicht mal einen Schnitt oder neue Erde.

Es ist immer etwas zu tun.

Natürlich bekommt man auch viel zurück.

Obst. Gemüse. Schöne Blumen.

Aber ist es ausgewogen?

Und deine Wohnung?

Sie ist vielleicht gemütlich und schön. Aber sie kostet Geld. Dafür gehst du arbeiten. Du hast Aufgaben. Termine. Verpflichtungen.

Ist das ausgewogen?

Bekommst du genug zurück für das, was du investierst?

Versteh mich nicht falsch: Es muss nicht immer mehr sein.

Es reicht, wenn es reicht.

Aber reicht es?

Gibt es genug Schönheit, Ruhe und Frieden in deinem Leben für den Einsatz, den du bringst, um es so zu erhalten?

Der Erhalt der Materie fordert.

Sie muss entsprechend ihrer Beschaffenheit vielleicht trocken stehen. Oder warm. Oder kühl.

Sie muss gepflegt und erhalten werden. Abgestaubt. Angestrichen. Repariert.

Kleinteile müssen sortiert werden.

Besitz muss verwaltet werden.

Es gibt nicht umsonst den Ausspruch:

„Wer viel hat, kann auch viel verlieren.“

Oder:

„Besitz verpflichtet.“

Die Weite hingegen fordert nichts.

Sie ist einfach da.

Hast du manchmal Sehnsucht nach weniger materiellen Erfordernissen?

Möchtest du frei sein?

Lass uns dabei einmal nicht über die Illusion von Freiheit sprechen. Und auch nicht darüber, dass Geldbesitz natürlich ebenfalls Freiheit bedeuten kann.

Und so weiter.

Lass uns stattdessen über den Ruf sprechen, der dich erreicht.

Die Materie ruft:

„Erhalte mich und fühle dich sicher dabei.“

Im Idealfall sagt sie auch:

„Ich schütze und nähre deinen Körper.“

Die Weite hingegen ruft nicht.

Vielleicht spürst du manchmal einen Ruf der Weite in dir. Als Drang auszubrechen aus deinen aktuellen Strukturen.

Aber vielleicht kommt dieser Ruf gar nicht von der Weite.

Vielleicht kommt er aus dir.

Die Weite ist einfach da.

In ihr kannst du sein.

Wie du bist.

Egal, was du gerade fühlst.

Egal, ob du dich als funktionierend empfindest oder nicht.

Aber Weite kann auch unsicher sein.

In ihr bist du vielleicht hilflos und ohne Orientierung.

Außer der Orientierung, die entsteht, wenn du deine eigenen Körperempfindungen wahrnimmst.

Eine innere Orientierung.

Aber kann das eine überhaupt ohne das andere existieren?

Ist die Materie nicht vielleicht erst aus der Weite entstanden und stets von ihr durchdrungen?

Und was wäre die Weite ohne Materie?

Der Weite ist die Materie nicht egal.

Sie besteht auch ohne sie.

Aber vielleicht liebt sie die Materie.

Und liebt die Materie die Weite auch?

Klar.

Materie braucht Raum, in dem sie sein kann.

Und wenn beides zusammenkommt?

Dann kannst du Abenteuer erleben!

Wie ist es gerade bei dir?

Trägt dich deine Materie noch?

Oder fordert sie zunehmend, dass du sie trägst?

Was geht dir durch den Geist?

Was liegt dir auf der Seele?

Schreib es mir.

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